Permanentes Provisorium


1. Januar 2014

Der computerisierte Pizza-Unfall

Category: Alltägliches,Nerdiges – Autor: marius – 19:38

Heute ist Neujahr, und bereits gestern Abend habe ich angekündigt: Die einzige Person, der ich heute die Tür öffne, wird der Pizzabote sein. Ansonsten bleibe ich auf der Couch.

Meinen ersten Vorsatz für das neue Jahre habe ich damit direkt schon umgesetzt – doch auch so etwas Alltägliches kann schief gehen.

Etwa eine halbe Stunde nach der Bestellung klingelte das Telefon: Der Pizzabote war dran und wollte wissen, warum ich nicht zu Hause sei. Ich versicherte ihm, dass ich zu Hause bin und nach einigem hin und her fragte er, ob er die richtige Adresse habe. Dabei stellte sich dann der Irrtum heraus: Ich bin vor kurzem umgezogen und er hatte noch die alte Adresse auf seinem Lieferschein stehen. So etwas kann natürlich passieren, und einige Minuten später hatte ich dann auch meine Pizza.

Interessant war aber der Grund für diesen Fehler: Ich hatte die Pizza über die Webseite des Lieferdienstes bestellt und dort meine Telefonnummer angegeben. Natürlich habe ich dabei die neue und damit korrekte Adresse angegeben. Dies stand auch in der Bestätigungs-Mail. In der internen Datenbank der Lieferdienstes war aber noch meine alte Adresse gespeichert – und dieser Eintrag war mit meiner Telefonnummer verbunden. Das System hat also die Adresse, die ich eingegeben habe, gar nicht beachtet, sondern nur nach der Telefonnummer geschaut den Pizzaboten dann an die alte Adresse geschickt. Ich konnte das aber natürlich nicht wissen, denn in der E-Mail stand eben die korrekte Adresse.

Auch dies ist noch nicht wirklich schlimm. Ein harmloser Computer-Fehler, wie er tagtäglich passieren kann. Gruselig wird es allerdings, wenn ich mir vorstelle, dass so etwas nicht nur beim Pizza-Bringdienst passieren könnte, sondern vielleicht auch deutlich unangenehmere Leute aus den falschen Gründen vor meiner Tür stehen könnten. Es ist leider nicht so, als ob so etwas nicht schon vorgekommen wäre

 

17. Oktober 2013

Geht ein Feuerwehrmann in den Supermarkt…

Category: Alltägliches – Autor: marius – 21:32

feuerwehr

Nein, die Überschrift ist kein Witz, sondern einfach nur eine alltägliche Szene, die ich beobachtet habe. Als ich kürzlich samstags zum Supermarkt meines Vertrauens fuhr stand direkt neben dem Gebäude ein großes Löschfahrzeug – sonst war aber nichts zu sehen.

Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss: Oh nein! Feuer im Supermarkt? Oder vielleicht eine andere Katastrophe? Eine Überflutung vielleicht? Kann ich hier heute noch einkaufen gehen? Oder wird der Laden vielleicht sogar länger geschlossen?

Ich fuhr näher an den Wagen heran und sah gerade noch einen Feuerwehrmann mit einem Einkaufswagen, der gerade den Supermarkt betrat – na klar, auch die Feuerwehr muss mal einkaufen. Sind doch auch nur Menschen.

Ich fühlte mich innerlich ein wenig ertappt, denn ich hatte eine komplett harmlose Szene für eine Gefahr gehalten. Aber ist das wirklich so abwegig? Meistens stehen Feuerwehrautos eben doch neben brennenden Gebäuden, überfluteten Kellern oder schwer verunglückten Autos.

Ich habe dieses Gefühl öfter mal in der Nähe von Leuten, die eigentlich für Sicherheit da sind. Die Anwesenheit von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Security-Kräften steht nicht nur für Sicherheit, sondern zeigt auch, dass hier potentiell eine Gefahr droht. Klar weiss ich, dass all diese Leute eine wichtige Funktion erfüllen und ich bin grundsätzlich froh, dass es sie gibt. Aber die Symbolkraft von Kleidung wird in solchen Situationen eben besonders deutlich.

Manchmal hat so etwas aber  auch eine humorvolle Komponente: Neulich kam ich auf dem Weg zur Arbeit an einem kleinen Unfall vorbei. Nichts schlimmes, es hatte lediglich ein LKW einen (teuer aussehenden) BMW touchiert und eine kleine Beule hinterlassen. Die Insassen schienen unverletzt zu sein, und der Verkehr schlängelte sich träge um die Stelle herum. Neben dem BMW standen die beiden Insassen des Wagens – zwei Manager in dunklen Anzügen und weißen Hemden, die konzentriert auf ihren Smartphones herumdrückten. Feuerwehr, Polizei oder ähnliche Sicherheitskräfte suchte man vergebens – aber wenn Manager anwesend sind, dann ist natürlich alles in bester Ordnung…

Bild: Feuerwehr Bruchköbel // CC-by-nc-sa

28. Oktober 2012

Dinge loswerden im Internet

Category: Alltägliches,Geschäftliches – Autor: marius – 23:23

Ich denke seit einiger Zeit darüber nach, was ich von den Dingen, die ich derzeit besitze, auch wirklich haben will. Vom Gedanken zur Tat dauert es natürlich immer eine Weile, aber in den letzten Wochen habe ich damit begonnen, ein paar Dinge zu verkaufen, zu verschenken oder auch wegzuwerfen, die ich wirklich nicht mehr brauche.

Dazu gehören z.B. mein altes iPhone, ein CD-Regal, viele CDs und Bücher, ein paar Xbox-Spiele und mehr. Alles in allem sind das noch überschaubare Mengen, aber der Anfang ist gemacht, und es fühlt sich erstaunlicherweise echt gut an, sich von Ballast zu befreien.

Beim ganz praktischen Loswerden von Dingen ist das Internet eine große Hilfe. Der Klassiker dafür ist natürlich eBay, wo ich auch schon einiges verkauft habe. Durch die Verkaufsaktionen der letzten Wochen habe ich mich noch einmal mit dem Thema beschäftigt und gemerkt, dass je nach Art des zu verkaufenden Gegenstands ganz andere Plattformen eBay in der ein oder anderen Hinsicht durchaus überlegen sind.

Hier drei Beispiele aus eigener Erfahrung:

  • Verkaufen bei Amazon: Heute Nachmittag habe ich mein altes iPhone zum Verkauf bei Amazon eingestellt – 4 Stunden später war es weg, für einen durchaus guten Preis. Ich musste lediglich den Zustand des Gerätes bewerten, eine kurze Beschreibung verfassen und einen Preis festsetzen. Bei eBay hätte ich dafür eher so zwischen 3 und 10 Tagen gebraucht, hätte Fotos machen und ein Auktionsprofil ausfüllen müssen. In Zukunft werde ich mich häufiger fragen, ob ich das wirklich tun sollte.
  • Medienverkauf über RebuyBei CDs und Büchern lohnt es sich häufig nicht, diese einzeln zu verkaufen. Wenn man nicht gerade etwas Seltenes verkauft, dann bekommt man über die gängigen Online-Shops häufig sogar weniger als einen Euro pro verkaufter CD oder Taschenbuch – dafür lohnt sich der ganze Aufwand mit dem Versand kaum. In so einem Fall ist Rebuy echt praktisch: Über die angebotene Smartphone-App scannt man die Barcodes der Artikel ein, bekommt direkt den Ankaufpreis angezeigt und kann sich am Ende direkt auch kostenlos den Versandschein ausdrucken. Zugegeben, viel Geld pro Medium bekommt man hier auch nicht, aber wenn man viel auf einmal loswerden möchte und das Zeug ohnehin nur ungenutzt rumliegt, dann ist das sicher besser als es noch ein paar Jahre länger rumliegen zu lassen. Der ganze Prozess kostete mich für 72 Artikel ca. 3 Stunden (zum Sortieren und Barcode scannen) und nach ca. einer Woche hatte ich das Geld.
  • Vinyl-Verkauf über DiscogsAuch bei Vinyl-Schallplatten habe ich einige, die ich wirklich nicht mehr höre. Das Problem liegt hier ähnlich wie bei den CDs: Die meisten Scheiben haben einen Verkaufswert, der so klein ist, dass sich ein Einzelverkauf kaum lohnt. Für die Platten, die aber noch etwas mehr wert sind, lohnt sich der Verkauf über Discogs, einen spezialisierten Marktplatz für Vinyl-Sammler, aber schon. Schön ist hier, dass der Service international aufgestellt ist. So kann man auch EU-weit (oder gar weltweit, wenn man möchte) potentielle Kunden finden. Ich habe hier zwar noch keine Massen verkauft, aber in den Fällen, wo ich es gemacht habe, hat das problemlos funktioniert.

Jahrelang habe ich eigentlich nur bei eBay verkauft und durchaus auch eine Menge gekauft. Ich halte das Auktionsmodell nicht für schlecht, aber die richtigen Schnäppchen macht man bei eBay schon seit Jahren nur noch in Ausnahmefällen. Bei Nischenartikeln oder unbekannten Marken mag man Glück haben, aber bei vielen anderen ist der Verkauf über eBay doch recht aufwendig in der Aufbereitung – und auch als Käufer geht es mir mittlerweile eher auf den Keks, dass ich ein Produkt nur vielleicht bekomme.

Dass Auktionen nicht immer das ideale Modell sind hat mittlerweile wohl auch eBay selber erkannt. Mit eBay Sofortverkauf bietet man dort beispielsweise einen Service, der es einem ohne Auktionen erlaubt, Elektrogeräte zu verkaufen. Das letzte Wort in Sachen „Dinge loswerden im Internet“ ist sicher noch lange nicht gesprochen.

27. April 2012

Keine Experimente?

Category: Alltägliches – Autor: marius – 21:50

Immer mal wieder höre ich die Redewendung „Keine Experimente!“, und das in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Da kann es um die Zubereitung von Lebensmitteln gehen, um Freizeitgestaltung, aber auch um Entscheidungen im Job oder um fast beliebige andere Themen.

Jedes Mal, wenn jemand so etwas wie „Da machen wir jetzt keine Experimente.“ sagt, dann könnte ich die Wände hoch gehen. Ich halte diesen Satz in den allermeisten Fällen für falsch, kontraproduktiv und unnötig einschränkend. Weil die Gründe dafür aber nicht in einem Satz erklärt sind und ich meine Aufregung nicht jedes Mal wieder runterschlucken möchte, versuche ich jetzt, das Ganze einmal zusammenzufassen.

Skeptisch macht mich schon die Herkunft dieses Spruchs. „Keine Experimente!“ ist nämlich nicht etwa einfach nur eine Redewendung, die dem Volksmund entstammt, sondern ein Slogan, der von einer Werbeagentur für den Wahlkampf der CDU 1957 erdacht wurde. Damals war das anscheinend ein ziemlich erfolgreicher Slogan und die CDU erreichte in der folgenden Wahl die absolute Mehrheit im Bundestag. Zu der Zeit war ich zwar noch nicht geboren, aber irgendwie hätte ich allein schon wegen der Herkunft ein schlechtes Gefühl bei dem Satz.

Für mich schwingt bei dem Satz auch immer eine negative Grundhaltung gegenüber dem Experiment an sich mit. Dabei ist ein Experiment an sich etwas recht harmloses und nützliches, nämlich eine methodisch angelegte Untersuchung zur Gewinnung von Informationen. Experimente bedeuten nicht, dass man ohne Ziel und Verstand einfach irgendwas ausprobiert, sondern dass man etwas erprobt, um hinterher schlauer zu sein. In der Wissenschaft sind Experimente daher eine sehr wichtige Methode, aber auch im Alltag können Experimente häufig sehr hilfreich sein.

Beispielsweise habe ich beim Kochen sehr viel durch Experimente gelernt. Natürlich schmeckt das Ergebnis nicht immer, aber mit zunehmender Erfahrung werden die Ergebnisse immer besser. Hätte ich denselben Lerneffekt auch durch das Nachkochen von Rezepten erreicht? Wahrscheinlich nicht, denn dann könnte ich zwar bestimmte Gerichte zubereiten, aber hätte keine Ahnung davon, warum bestimmte Kombinationen schmecken und andere nicht – was ziemlich unpraktisch ist, wenn z.B. mal eine Zutat gerade nicht vorhanden ist.

Beim Kochen kann man durchaus noch darüber streiten, ob man experimentieren sollte oder nicht. Ich finde es aber als geistige Grundhaltung sehr wichtig, für Experimente offen zu sein. Kaum jemand stellt noch in Frage, dass wir in einer Zeit leben, in der sich sehr viele Dinge verändern und alte Regeln in vielen Fällen nicht mehr gelten. Das zieht sich über viele relevante Lebensbereiche, von der beruflichen Entwicklung über private Geldanlage bis zu Entscheidungen über Wohnort, Familie oder Freunde.

In einer solch dynamischen Zeit ist es so ziemlich das Dümmste, was man tun kann, wenn man „keine Experimente“ macht. Wenn alte Regeln nicht mehr gelten, dann muss man neue finden, um sich zumindest halbwegs im Leben zurecht zu finden. Experimente können dabei helfen, wenn man sie richtig benutzt.

Für mich persönlich steht das Experiment im Alltag auch für eine positive, optimistische Haltung gegenüber der Zukunft. Ich weiss zwar nicht, was die Zeit so bringt, aber durch gezieltes Ausprobieren und immer wieder neues Hinterfragen von Gewohntem bleibe ich in Bewegung und habe damit gute Chancen, mit immer neuen Veränderungen gut zurecht zu kommen.

„Keine Experimente!“ steht für mich im Gegensatz dazu für eine eher in die Vergangenheit gerichtete Grundhaltung. Wer nicht experimentiert, der muss sich auf das verlassen, was andere für ihn herausgefunden haben. Das kann gut sein, muss aber nicht – und in jedem Fall macht man sich damit stark von anderen abhängig.

Ich habe es außerdem häufig erlebt, dass der Spruch „keine Experimente“ einfach nur genutzt wird, um eine laufende Diskussion zu kappen. Irgendwie scheint das für viele ein einleuchtendes Argument zu sein – obwohl es eigentlich keines ist. Hier greift vermutlich die allzu menschliche Eigenschaft, Vertrautes eher für wahr zu halten.

Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, diesen Satz in Zukunft etwas seltener zu hören. So gesehen ist dieser Artikel also auch ein Experiment – ich hoffe auf positive Ergebnisse.

5. Februar 2012

Verteilte Freundschaft

Category: Alltägliches,Nerdiges – Autor: marius – 21:49

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich aus den Augen verliert. Das wurde mir kürzlich bewusst, als ich einen alten Freund nach längerer Zeit wieder einmal traf – und feststellen musste, dass bei ihm in letzter Zeit sehr viel passiert ist, das ich nicht einmal annähernd mitbekommen habe.

Mein Freundeskreis ist – wie bei vielen anderen auch – ziemlich verstreut. Um jemanden zu sehen, mit dem ich gerne mal einen Abend verbringe, muss ich mindestens 30 Minuten (einmal durch die halbe Stadt) bis maximal 14 Stunden (einmal um die halbe Welt) einplanen. Das ist einerseits schön, denn so hat man immer mal wieder einen Grund, eine Reise zu unternehmen und jemanden zu besuchen.

Andererseits ist es schade, wie wenig Zeit ich mit den Leuten verbringe, die ich wirklich mag. Das Paradoxe dabei: Eigentlich wäre es überhaupt kein Problem, auch über weite Entfernungen eine Freundschaft zu pflegen. Es gibt Telefon, SMS, E-Mail, Facebook, Twitter, Skype, ICQ undundund. An Kommunikationswegen mangelt es nicht – und doch fehlt etwas.

Organische Freundschaft wächst von ganz allein.

Als ein Großteil meiner Freunde noch wenige Fußminuten entfernt wohnte, da ging ich manchmal einfach so vorbei. Man kochte spontan zusammen, schaute sich einen Film an, trank, lachte, spielte, sprach über Pläne und Probleme, spann Ideen und verwarf sie wieder – oder setzte die ein oder andere Idee sogar mal in die Tat um.

Dabei wuchs die Freundschaft ganz selbstverständlich. Man musste sie nicht pflegen, suchen oder herstellen. Sie entstand einfach so, als Nebenprodukt dieser ganzen Gemeinsamkeiten.

Wenn ich mich heute mit einem Freund treffe, den ich lange nicht gesehen habe, dann wird hauptsächlich geredet. Man erzählt sich, wie es im Job so läuft, was man mit dem Partner plant oder wofür man gerne mal wieder mehr Zeit hätte. Das ist auch schön, aber es ist etwas ganz anderes. Es ist bewusste Freundschaftspflege.

Was dabei fehlt ist die Leichtigkeit und die Selbstverständlichkeit, mit der sich eine Freundschaft entwickelt, wenn man einfach so Zeit miteinander verbringt. Wenn man erst einmal 2 Stunden unterwegs ist, um jemanden zu treffen, dann schaut man anschließend nicht einfach zusammen eine DVD auf dem Sofa. Das würde sich wie Zeitverschwendung anfühlen. Also wird geredet, denn man hat sich ja lange nicht mehr gesehen.

Virtuelles Zusammensitzen

Was wirklich fehlt wurde mir erst nach und nach klar. Das, was eine Freundschaft (zumindest für mich) ausmacht ist nicht nur das Reden, sondern das gemeinsame Erleben. Für die Kommunikation haben wir mittlerweile viele ganz tolle digitale Tools – für das gemeinsame Erleben aber noch nicht.

Dabei wäre das technisch gesehen durchaus machbar. Vor einer Weile erfuhr ich z.B. von dem Projekt Storyvisit. Das ist gedacht für Kinder, deren Eltern oder Großeltern weit entfernt leben und die darüber gemeinsam ein Buch lesen können. Der Sinn dahinter wurde mir so erklärt: Natürlich können auch entfernt lebende Verwandte mit den Kindern telefonieren. Kinder können aber erst ab einem bestimmten Alter ein „normales“ Gespräch am Telefon führen, also z.B. von sich aus etwas erzählen oder Fragen stellen. Deswegen hat man die Möglichkeit geschaffen, dass beide – Kind und Erwachsener – zusammen ein Buch lesen können und darüber ein gemeinsames Erlebnis haben.

Natürlich bin ich erwachsen. Ich kann nicht nur ein Telefon bedienen, sondern auch sinnvolle Dinge in den Hörer reden. Und natürlich gäbe es, wenn ich danach suche, ganz viele Dinge, die ich mit anderen zusammen auch über größere Entfernungen tun könnte. Solche Dinge sind nur leider häufig kompliziert, nerdig oder funktionieren nur auf bestimmten Computern.

Das nächste große Ding: Digitale Gesellschaftsspiele oder der Online-Verein.

Was fehlt wäre eine (oder mehrere) soziale Aktivitäten, die genau so einfach, zwanglos und unkompliziert sind wie ein Brettspiel oder mit ein paar Leuten zu kochen.

Genau an dieser Stelle versagen die aktuell hochgelobten Social Media-Tools nämlich noch fast völlig. Natürlich kann ich auf Facebook mit meinen Freunden virtuelles Gemüse anpflanzen – aber ich muss schon recht viel Zeit da hinein stecken, damit sich das lohnt. Davon abgesehen ist virtuelles Gemüse sicherlich nicht jedermanns Sache.

Theoretisch gäbe es viel, was man gemeinsam machen könnte ohne am selben Ort zu sein: Statt einem gemeinsamen Stadtbummel könnte man sich z.B. in einem Online-Shop ein Outfit zusammenstellen. Man könnte gemeinsam die Playlist für die nächste Party zusammenstellen. Und wer sich etwas mehr zutraut, der könnte ein Buch schreiben, Musik komponieren, Software programmieren und noch viel mehr – und ich bin mir sogar sicher, dass viele Leute das schon tun.

Worauf ich aber hinaus will: Es gibt noch keine einfache, unkomplizierte, unnerdige Möglichkeit, so etwas zu tun.

Es gibt auf der ganzen Welt Millionen von Leuten, die weit weg von den Leuten wohnen, die ihnen wichtig sind. Genau aus diesem Grund ist Telekommunikation ein Milliarden-Geschäft. Wenn es jemand schafft, nicht nur die Kommunikation, sondern auch das Erleben über weitere Entfernungen zu vermitteln, dann wäre das nicht nur eine großartige Idee, die vielen Menschen helfen würde – sondern auch ein ganz großes Geschäft.

Vielleicht schrauben die ersten aber schon längst daran: Während ich über diesen Artikel nachdachte las ich über ein neues Kollaborations-Tool namens „Wunderkit„, das anscheinend Elemente aus Social Networks übernimmt. Genau dieser Aspekt wurde andernorts mit Verwunderung aufgenommen – ich könnte mir aber vorstellen, dass das genau die richtige Idee ist.

 Foto:  petr cervinka // CC-by-nc-nd

4. November 2011

Bauchgefühl 2.0

Category: Alltägliches,Nerdiges – Autor: marius – 16:24

Ich habe heute wegen eines Basic Thinking-Artikels über einen neuen Bewertungs-Dienst namens Oink darüber nachgedacht, was diese ganze Bewerterei eigentlich für den Alltag bedeutet.

Mittlerweile kann man im Internet so ziemlich alles bewerten: Produkte, Arbeitgeber, Hotels, Ärzte und noch viel mehr.

Ich nutze solche Bewertungen recht gerne, gerade wenn ich mich erst einmal orientieren will.

Ehrlicherweise muss ich jedoch zugeben: Wirklich objektiv sind solche Bewertungen nicht.

Nutzerbewertungen sind umstritten

Es gibt viele Gründe, warum Nutzerbewertungen eher so etwas wie „Bauchgefühl 2.0“ sind als wirklich objektive Ratgeber. Die wichtigsten:

  • Gefälschte Bewertungen: Wenn ein Autor einfach mal ein paar gute Freunde und seine Familie sein Buch bewerten lässt, dann sieht man das als Außenstehender nicht unbedingt – aber objektiv ist das sicher nicht.
  • Verzerrte Beteiligung: Die meisten Leute bewerten Dinge, die sie richtig toll oder total schlecht finden – wenn etwas ganz ok war, dann bewerten viele nicht. Außerdem bewerten manche Leute mehr als andere. Eine repräsentative Bewertung sieht anders aus.
  • Mangelndes Urteilsvermögen: Manche Leute bewerten etwas, das sie gar nicht korrekt bewerten können. Wer kann als Laie schon beurteilen, ob ein Arzt wirklich schlecht behandelt hat – oder vielleicht doch nur unfreundlich war? Auch bei weit weniger komplizierten Dingen kann man sich irren: An dieser Amazon-Bewertung zu einem simplen Adapter sieht man beispielsweise, dass der Kritiker schlicht das völlig falsche Teil bestellt hat – und deswegen schlecht bewertet.

Sind Nutzerbewertungen damit völlig unbrauchbar? Ich würde da nicht zustimmen – denn wenn ich überlege, wie ich ohne Bewertungen Entscheidungen treffen würde, dann ist das nicht unbedingt besser.

Bauchgefühl und Mund-zu-Mund-Propaganda 

Wie würde ich beispielsweise einen neuen Hausarzt finden, wenn ich in eine neue Stadt ziehe – ohne Bewertungen zu nutzen? Vielleicht würde ich mir die gelben Seiten vornehmen und mir einen Arzt in der Nähe aussuchen. Vielleicht würde ich meinen Nachbarn fragen oder einen Arbeitskollegen. Vielleicht würde auch einfach durch die Gegend laufen und nach Arztschildern auf Häusern Ausschau halten.

Natürlich geht das – aber viel genauer ist das auch nicht. Zwar kann ich bei einem Nachbarn oder einem Arbeitskollegen davon ausgehen, dass sie mich nicht bewusst täuschen werden. Wirklich mehr Ahnung als der durchschnittliche Internetnutzer werden sie aber auch nicht haben.

Und auf wen sollte ich überhaupt hören? Die 70jährige, die mehr Zeit bei ihrem Hausarzt als mit ihren Enkeln verbringt? Oder auf den kerngesunden, sportlichen 35jährigen, der nur alle 2 Jahre mal wegen einer leichten Grippe zum Arzt geht?

Lieber Bauchgefühl 2.0 als Keine Ahnung 1.0

Natürlich muss man wissen, dass Bewertungen nicht immer 100% zutreffend sind. Natürlich sollte man misstrauisch sein, wenn eine Bewertung überschwänglich und komplett unkritisch positiv ist.

Dennoch sind mir Bewertungen deutlich lieber als nur die nackten Informationen. Auch subjektive Eindrücke helfen mir, bessere Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie ihre Tücken haben.

Bewertet alles!

Ich würde sogar noch weiter gehen: Genau wie eBay, Amazon & Co ganz selbstverständlich und automatisch dazu auffordern, nach einem Kauf das Produkt zu bewerten, könnte das mein Hausarzt, mein Lieblingsrestaurant oder meine Lieblingsbar das doch auch tun. Ein kleines Schild auf der Theke oder ein freundlicher Hinweis des Personals kann schon reichen. Die Infrastruktur dafür ist da.

Eine interessante Frage ist dabei, warum das nicht schon längst viel mehr getan wird. Wissen kleine Unternehmen einfach zu wenig über die Möglichkeiten des Internet? Haben sie zu viel Angst vor negativen Bewertungen? Oder sind Bewertungen aus ihrer Sicht irrelevant?

Ganz sicher ist das auch eine Frage des Geschäftsmodells. Habe ich ein Restaurant in guter Lage mit viel Laufkundschaft, dann sind Bewertungen vermutlich irrelevant. Habe ich aber einen kleinen, feinen, versteckten Spezialitätenladen, dann können Bewertungen ein wertvoller Teil des eigenen Marketings sein.

Das klingt eigentlich nach einer Win-Win-Situation: Ich als Nutzer bekomme mehr und bessere Empfehlungen, und gute Produkte und Dienstleistungen werden bekannter und attraktiver. Warum also nicht mal dem freundlichen Kellner, dem guten Essen oder dem schönen Hotel ein paar Sterne geben?

Bildquelle: Abriz44 // CC-by-sa
20. Oktober 2011

Nachruf auf einen Wecker

Category: Alltägliches – Autor: marius – 20:32

Manche Dinge weiss man erst richtig zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind.

Ein einfacher Alltagsgegenstand hat mir dies kürzlich bewusst gemacht: Mein Lichtwecker, der sich vor etwa zwei Wochen ins Technik-Nirvana verabschiedet hat.

Seit ich ihn vor einigen Jahren von Birgit geschenkt bekam hat er mich jeden Morgen mit sanfter Beleuchtung und Radiogedudel aus dem Schlaf geweckt. Etwa 20 Minuten vor der eingestellten Weckzeit schaltete er seine Lampe ein, die langsam immer heller wurde und ihre volle Leuchtkraft schließlich zur Weckzeit erreichte. Zu dieser Zeit schaltete er dann auch das Radio an, und auch dies wurde langsam lauter, so dass man sanft, aber durchaus deutlich geweckt wurde.

Am Anfang war ich skeptisch, ob ich davon wirklich aufwachen würde und stellte mir noch einen zweiten Wecker. Doch schon bald vertraute ich dem leuchtenden Traumwächter meine Nachtruhe vollständig an und kam seitdem (fast) immer gut aus dem Bett.

Nun ist der Wecker kaputt – früh aufstehen muss ich aber immer noch. Ich dachte zunächst, dass das alles doch nicht so schlimm ist und habe in den letzten zwei Wochen einfach die Weckfunktion meines iPhones genutzt. Prinzipiell funktioniert das auch, aber ich werde davon einfach nicht richtig wach. Es ist einfach nicht dasselbe, plötzlich von einem klingeltonartigen Geräusch aus dem Schlaf gerissen zu werden. Ich fühle mich morgens häufiger schläfrig und unausgeschlafen – das iPhone ist einfach kein würdiger Ersatz.

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn Dinge kaputt gehen. Man wird dann mit der Frage konfrontiert, ob man dieses Ding wirklich brauchte oder ob man nicht auch ohne ganz gut klarkommt. In diesem Fall ist die Sache aber klar: Ein Lichtwecker macht das Aufstehen definitiv angenehmer – und wie wertvoll ein guter Start in den Tag ist habe ich gerade gelernt.

2. Oktober 2011

Mobilität in der Großstadt

Category: Alltägliches – Autor: marius – 21:31

Eine Sache, die ich am Leben in der Großstadt sehr schätze, ist Art der Fortbewegung: Fast alle Orte in Köln lassen sich mit dem ÖPNV hervorragend erreichen, für alles in meinem Stadtteil reichen Fahrrad und Füße, für Reisen in andere Städte gibt es die Bahn, und für weitere Strecken oder größere Einkäufe eben das Auto.

Mein Verhältnis zum Auto ist dabei eher kühl: Ich teile mir zwar ein Auto mit meiner Freundin, aber ich habe weder sonderlich große Freude am Autofahren noch ist es mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Das Autofahren macht mir nichts aus, aber wenn es Alternativen gibt, dann bevorzuge ich diese üblicherweise.

Dennoch ist ein eigenes Auto manchmal einfach zu praktisch, um ohne zu leben. Das habe ich ganz eindeutig gemerkt, als letztes Jahr einmal für einige Wochen wegen eines Unfalls kein Auto zur Verfügung stand. Getränkekästen mit dem Fahrrad zu transportieren ist halt doch nicht so schön.

Viel lieber wäre es mir aber eigentlich, gar kein eigenes Auto haben zu müssen, sondern nur hin und wieder bei Bedarf auf eines zurückgreifen zu können. Was würde man sich nicht alles an Kosten, Stress, Reparaturen und sonstigem Ärger sparen!

Mit dieser Einstellung bin ich anscheinend nicht allein: Immer mehr Leute verzichten auf den Führerschein, besonders in den Großstädten. Ich halte das für einen durchaus erfreulichen Trend. Den praktischen Nutzen eines Autos – gerade in ländlichen Regionen – will ich überhaupt nicht anzweifeln. Mit dem angeblichen emotionalen Nutzen (Freude am Fahren, Statussymbol, …) konnte ich dagegen nie sonderlich viel anfangen. Ein Auto ist für mich ganz schlicht eine Maschine, die mich von A nach B bringt – nicht mehr und nicht weniger.

Umso erfreulicher finde ich es, dass es mittlerweile eine ganze Reihe von flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für Autos gibt. Ich glaube nicht, dass Autos auf absehbare Zeit komplett verzichtbar werden – aber es ist absehbar, dass sie an Bedeutung verlieren.

Einige clevere Beispiele, die das Auto weniger wichtig machen:

  • Bei Tamyca oder Nachbarschaftsauto.de kann man für kleines Geld Autos von Privatpersonen aus der eigenen Umgebung mieten. Über eine spezielle Versicherung ist dabei auch ein möglicher Unfall abgedeckt. Erinnert mich ein wenig an Airbnb, die dasselbe für Wohnungen machen.
  • Auch kommerzielle Anbieter von Carsharing werden immer beliebter. Hier tummeln sich z.B. die Deutsche BahnCambio und viele andere Anbieter. Aus meinem Bekanntenkreis wohnen einige in der Nähe solcher Stationen und nach dem, was ich so höre, kann man damit durchaus gut leben, wenn man nicht ständig ein Auto braucht.
  • Auch an selbstfahrenden Autos wird längst geforscht, und was ich bisher davon so gesehen habe sieht das schon recht vielversprechend aus. Wenn das mit einem Carsharing-Konzept gekoppelt wird, dann könnte dieser Ansatz sehr erfolgreich werden.

Wenn man nicht nur von der Fortbewegung her denkt, sondern auch die Gründe für das Autofahren etwas mehr ins Auge nimmt, dann kommt man sogar auf noch mehr Möglichkeiten:

So liefert in Köln der Online-Supermarkt Bring24 alle Lebensmittel, die man so braucht, einfach nach Hause. Ich habe das selber schon einmal ausprobiert, und es klappt hervorragend. Ähnliche Konzepte sind z.B. in Großbritannien oder der Schweiz schon gut etabliert, in Deutschland aber eher noch die Ausnahme – aber auch das könnte sich in naher Zukunft ändern

Bei all dem muss ich natürlich zugeben: Ohne eigenes Auto möchte ich heute(!) selber auch noch nicht leben. Die genannten Ansätze sind zwar allesamt vielversprechend, aber entweder noch nicht weit genug entwickelt oder aufgrund meiner Wohnlage für mich nicht praktikabel.

Dennoch lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man wirklich ein eigenes Auto braucht. Selbst ein Kleinwagen kostet pro Monat im Schnitt 385 € – damit dürften die Alternativen auch aus Kostensicht gar nicht mal so unattraktiv sein.

Foto: Birgit Schiffer // www.pfirsichfarben.de

29. September 2011

Münz-Werbung

Category: Alltägliches – Autor: marius – 23:02

Diese Münze habe ich kürzlich in meinem Portemonnaie gefunden. Ich war zuerst etwas irritiert und fragte mich, ob es sich hierbei wirklich um ein echtes Geldstück handelt.

Auf den zweiten Blick war dann offensichtlich: Ja, das ist ein echtes 2 Euro-Stück, das allerdings mit Werbung für das Cafe Pavlov, einer Bar in den Niederlanden bedruckt war.

Ich werde deswegen zwar sicher nicht in diese Bar fahren – dafür ist sie einfach zu weit weg. Die Idee finde ich trotzdem schön. Ich habe nämlich eigentlich nichts gegen Werbung – wenn sie denn gut ist.

 

11. September 2011

Geheimnisreduzierung

Category: Alltägliches,Nerdiges – Autor: marius – 11:01

Ich nutze nun schon seit vielen Jahren verschiedene Online-Dienste, Social Networks und bin Teil diverser Communities. Dabei habe ich – ohne groß darüber nachzudenken – immer wieder Informationen geteilt. Dabei ging es sowohl um fachliche als auch persönliche Informationen zu verschiedensten Themen.

Ich glaube, mir war dabei unterbewusst schon länger klar, dass das Teilen von Informationen für mich mehr Vorteile hat als die Geheimhaltung.

Wer Informationen teilt, der kann damit Teil einer Gemeinschaft werden. Man erwirbt sich damit Vertrauen in dieser Gemeinschaft, schafft sich Freunde und Verbündete und mit etwas Glück bekommt man im Gegenzug auch andere Informationen, die für einen selber nützlich sein können.

Nicht immer kann ich vorher wissen, welches geteilte Information für welchen Nutzen sorgt. Ich habe aber schon viele Fälle erlebt, wo der Nutzen im Nachhinein ganz klar da war. So führte das Teilen meines aktuellen Aufenthaltsortes auf Facebook schon öfter zu spontanen Treffen mit alten Freunden, die ich länger nicht gesehen habe. Das Teilen von aktuellen Musik-Tipps schaffte Gemeinsamkeiten mit Leuten, mit denen ich vorher nur oberflächlich gesprochen hatte. Und das Teilen der Unzufriedenheit über meinen früheren Frisör führte dazu, dass ich ziemlich schnell eine Empfehlung für einen neuen hatte, mit dem ich bis heute zufrieden bin – und den ich alleine wahrscheinlich nie gefunden hätte.

Auch Firmen profitieren, wenn sie teilen.

Was ich hier auf persönlicher Ebene bemerke scheint z.T. auch für Firmen zu funktionieren. Beispielsweise teilt Frictional Games (eine Spielefirma aus Schweden) regelmäßig Informationen über Verkaufszahlen und den aktuellen Zustand der Firma. Geschadet hat es ihnen nicht, im Gegenteil: Der Firma geht es mittlerweile ziemlich gut. Doch selbst in schwierigen Zeiten hat sich diese Offenheit ausgezahlt und Frictional Games viele treue Unterstützer gebracht.

Ein weiteres schönes Beispiel ist die firma 37Signals, die recht erfolgreich Unternehmens-Software herstellt. Auf deren Blog teilen sie erstaunlich detailliert Informationen über ihre Arbeitsweise und beziehen auch Position zu geschäftlichen Themen. Dies hat durchaus Methode: In dem Buch re:work, das zwei der Gründer geschrieben haben, empfehlen sie ausdrücklich, das eigene Fachwissen als Marketing-Instrument zu verwenden. Denn wer wertvolles Wissen teilt, dem hört man eher zu – und kauft auch lieber von ihm.

Manche Dinge sollten dann doch geheim bleiben…

Natürlich gibt es auch gute Gründe, Geheimnisse zu haben. Über neue Erfindungen sollte man als Firma besser erst dann reden, wenn die dazugehörigen Rechte in trockenen Tüchern sind. Und als Privatperson sollte man sicher auch nicht jedes Partyabenteuer in der Öffentlichkeit breit treten.

Die Frage ist eher, was denn die Grundeinstellung sein sollte. Wie entscheide ich mich im Zweifelsfall?

Wie so oft ist die Antwort hier: Die Mischung macht’s.

Grundsätzlich teile ich persönliche und fachliche Informationen freigiebig und gerne.

Wenn ich etwas nicht teile, dann hat das meistens einen der folgenden Gründe:

  • Irrelevanz:
    Vieles, was ich am Tag so tue, ist einfach so uninteressant, dass es niemand wissen muss. Interessiert es wirklich jemanden, welche Dose Mais ich letztens im Supermarkt gekauft habe? Eben.
  • Spezialisierung:
    Manche Themen interessieren mich deutlich tiefer als den durchschnittlich interessierten Mitmenschen. Wenn ich beispielsweise über Musik rede, dann können das viele nicht mehr nachvollziehen. Deswegen habe ich genau dafür ein Zweitblog, wo ich darüber schreiben kann.
  • Verpflichtung:
    Manchen Leuten verspreche ich, dass ich bestimmte Dinge nicht teile. Im beruflichen Kontext bin ich dazu sogar vertraglich verpflichtet. Natürlich halte ich mich daran.
  • Peinlichkeit:
    Jeder Mensch tut manchmal dumme Sachen – ich natürlich auch. Manches davon ist vielleicht noch lustig genug, dass ich es mal in geselliger Runde bei einem Bierchen teile. Manches behalte ich aber dann doch lieber für mich.
  • Intimität:
    Nein, ihr werdet nie erfahren, was ich mit X, Y und Z  angestellt habe. 😉
Und jetzt interessiert mich natürlich, wie ihr das so handhabt. Erzählt ihr eher alles oder nichts? Und warum?

Bild: Alexkess // CC-by-nc-nd