Permanentes Provisorium


17. Oktober 2013

Geht ein Feuerwehrmann in den Supermarkt…

Autor: marius – 21:32

feuerwehr

Nein, die Überschrift ist kein Witz, sondern einfach nur eine alltägliche Szene, die ich beobachtet habe. Als ich kürzlich samstags zum Supermarkt meines Vertrauens fuhr stand direkt neben dem Gebäude ein großes Löschfahrzeug – sonst war aber nichts zu sehen.

Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss: Oh nein! Feuer im Supermarkt? Oder vielleicht eine andere Katastrophe? Eine Überflutung vielleicht? Kann ich hier heute noch einkaufen gehen? Oder wird der Laden vielleicht sogar länger geschlossen?

Ich fuhr näher an den Wagen heran und sah gerade noch einen Feuerwehrmann mit einem Einkaufswagen, der gerade den Supermarkt betrat – na klar, auch die Feuerwehr muss mal einkaufen. Sind doch auch nur Menschen.

Ich fühlte mich innerlich ein wenig ertappt, denn ich hatte eine komplett harmlose Szene für eine Gefahr gehalten. Aber ist das wirklich so abwegig? Meistens stehen Feuerwehrautos eben doch neben brennenden Gebäuden, überfluteten Kellern oder schwer verunglückten Autos.

Ich habe dieses Gefühl öfter mal in der Nähe von Leuten, die eigentlich für Sicherheit da sind. Die Anwesenheit von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Security-Kräften steht nicht nur für Sicherheit, sondern zeigt auch, dass hier potentiell eine Gefahr droht. Klar weiss ich, dass all diese Leute eine wichtige Funktion erfüllen und ich bin grundsätzlich froh, dass es sie gibt. Aber die Symbolkraft von Kleidung wird in solchen Situationen eben besonders deutlich.

Manchmal hat so etwas aber  auch eine humorvolle Komponente: Neulich kam ich auf dem Weg zur Arbeit an einem kleinen Unfall vorbei. Nichts schlimmes, es hatte lediglich ein LKW einen (teuer aussehenden) BMW touchiert und eine kleine Beule hinterlassen. Die Insassen schienen unverletzt zu sein, und der Verkehr schlängelte sich träge um die Stelle herum. Neben dem BMW standen die beiden Insassen des Wagens – zwei Manager in dunklen Anzügen und weißen Hemden, die konzentriert auf ihren Smartphones herumdrückten. Feuerwehr, Polizei oder ähnliche Sicherheitskräfte suchte man vergebens – aber wenn Manager anwesend sind, dann ist natürlich alles in bester Ordnung…

Bild: Feuerwehr Bruchköbel // CC-by-nc-sa

Category: Alltägliches Tags: –

1 Kommentar »

  1. Gut beschrieben. – Ist mir auch schon so gegangen, als die Polizei vor meiner Arbeitsstelle stand.

    Comment by Marlis Esser — 18. Oktober 2013 @ 09:50

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