Permanentes Provisorium


28. Oktober 2012

Dinge loswerden im Internet

Autor: marius – 23:23

Ich denke seit einiger Zeit darüber nach, was ich von den Dingen, die ich derzeit besitze, auch wirklich haben will. Vom Gedanken zur Tat dauert es natürlich immer eine Weile, aber in den letzten Wochen habe ich damit begonnen, ein paar Dinge zu verkaufen, zu verschenken oder auch wegzuwerfen, die ich wirklich nicht mehr brauche.

Dazu gehören z.B. mein altes iPhone, ein CD-Regal, viele CDs und Bücher, ein paar Xbox-Spiele und mehr. Alles in allem sind das noch überschaubare Mengen, aber der Anfang ist gemacht, und es fühlt sich erstaunlicherweise echt gut an, sich von Ballast zu befreien.

Beim ganz praktischen Loswerden von Dingen ist das Internet eine große Hilfe. Der Klassiker dafür ist natürlich eBay, wo ich auch schon einiges verkauft habe. Durch die Verkaufsaktionen der letzten Wochen habe ich mich noch einmal mit dem Thema beschäftigt und gemerkt, dass je nach Art des zu verkaufenden Gegenstands ganz andere Plattformen eBay in der ein oder anderen Hinsicht durchaus überlegen sind.

Hier drei Beispiele aus eigener Erfahrung:

  • Verkaufen bei Amazon: Heute Nachmittag habe ich mein altes iPhone zum Verkauf bei Amazon eingestellt – 4 Stunden später war es weg, für einen durchaus guten Preis. Ich musste lediglich den Zustand des Gerätes bewerten, eine kurze Beschreibung verfassen und einen Preis festsetzen. Bei eBay hätte ich dafür eher so zwischen 3 und 10 Tagen gebraucht, hätte Fotos machen und ein Auktionsprofil ausfüllen müssen. In Zukunft werde ich mich häufiger fragen, ob ich das wirklich tun sollte.
  • Medienverkauf über RebuyBei CDs und Büchern lohnt es sich häufig nicht, diese einzeln zu verkaufen. Wenn man nicht gerade etwas Seltenes verkauft, dann bekommt man über die gängigen Online-Shops häufig sogar weniger als einen Euro pro verkaufter CD oder Taschenbuch – dafür lohnt sich der ganze Aufwand mit dem Versand kaum. In so einem Fall ist Rebuy echt praktisch: Über die angebotene Smartphone-App scannt man die Barcodes der Artikel ein, bekommt direkt den Ankaufpreis angezeigt und kann sich am Ende direkt auch kostenlos den Versandschein ausdrucken. Zugegeben, viel Geld pro Medium bekommt man hier auch nicht, aber wenn man viel auf einmal loswerden möchte und das Zeug ohnehin nur ungenutzt rumliegt, dann ist das sicher besser als es noch ein paar Jahre länger rumliegen zu lassen. Der ganze Prozess kostete mich für 72 Artikel ca. 3 Stunden (zum Sortieren und Barcode scannen) und nach ca. einer Woche hatte ich das Geld.
  • Vinyl-Verkauf über DiscogsAuch bei Vinyl-Schallplatten habe ich einige, die ich wirklich nicht mehr höre. Das Problem liegt hier ähnlich wie bei den CDs: Die meisten Scheiben haben einen Verkaufswert, der so klein ist, dass sich ein Einzelverkauf kaum lohnt. Für die Platten, die aber noch etwas mehr wert sind, lohnt sich der Verkauf über Discogs, einen spezialisierten Marktplatz für Vinyl-Sammler, aber schon. Schön ist hier, dass der Service international aufgestellt ist. So kann man auch EU-weit (oder gar weltweit, wenn man möchte) potentielle Kunden finden. Ich habe hier zwar noch keine Massen verkauft, aber in den Fällen, wo ich es gemacht habe, hat das problemlos funktioniert.

Jahrelang habe ich eigentlich nur bei eBay verkauft und durchaus auch eine Menge gekauft. Ich halte das Auktionsmodell nicht für schlecht, aber die richtigen Schnäppchen macht man bei eBay schon seit Jahren nur noch in Ausnahmefällen. Bei Nischenartikeln oder unbekannten Marken mag man Glück haben, aber bei vielen anderen ist der Verkauf über eBay doch recht aufwendig in der Aufbereitung – und auch als Käufer geht es mir mittlerweile eher auf den Keks, dass ich ein Produkt nur vielleicht bekomme.

Dass Auktionen nicht immer das ideale Modell sind hat mittlerweile wohl auch eBay selber erkannt. Mit eBay Sofortverkauf bietet man dort beispielsweise einen Service, der es einem ohne Auktionen erlaubt, Elektrogeräte zu verkaufen. Das letzte Wort in Sachen „Dinge loswerden im Internet“ ist sicher noch lange nicht gesprochen.

7 Comments »

  1. Hi Marvis,
    Amazon – gut und schön! Aber wie sind da die Gebühren? Bei ebay Kleinanzeigen gibt es keine.

    Comment by Roman — 29. Oktober 2012 @ 09:54

  2. Stimmt schon, aber dafür fehlt dort die prominente Platzierung und die Absicherung des Kaufprozesses. Ich muss aber zugeben, dass ich damit nicht allzu viel gemacht habe. Wie sind denn so deine Erfahrungen? Bekommt man da gute Preise als Verkäufer?

    Comment by marius — 29. Oktober 2012 @ 23:23

  3. Hallo Marius,

    wenn du deine Sache bei Verkaufsportalen verkaufen willst, solltest du dir unbedingt Vergleiche anschauen, da die Ankaufspreise oft sehr unterschiedlich sind:

    Für Medien (CDS, DVDs etc.)

    Für Elektronik(Handy, Laptop, iPad, iPod etc.)

    Gruß
    Roman

    Comment by Roman — 30. Oktober 2012 @ 16:22

  4. Es kommt auf das Verhandlungsgeschick an.

    Oft melden sich Leute – auch bei als „Festpreis“ gekennzeichneten Angeboten – per Email oder Telefon ohne Begrüßungsformel mit der Frage „Was ist letzte Preis?“.

    Mit der Erfahrung stelle ich die Dinge jetzt manchmal auf VB und etwas teurer ein, als ich sie eigentlich zu verkaufen gedenke. Das klappt meist ganz gut, dauert aber im Einzelfall schon mal mehrere Wochen, bies etwas verkauft ist.
    Den regionalen Aspekt (Abholung) finde ich auch gut.

    Wie hoch sind denn bei Amazon die Gebühren prozentual?

    Comment by Roman — 1. November 2012 @ 09:07

  5. Bei meinem iPhone-Verkauf waren die Gebühren bei Amazon 12,4 %. Ich hatte vorher auch verglichen mit Rebuy, da hätte ich wesentlich weniger am Ende rausbekommen. Amazon ist zwar nicht ganz günstig in der Hinsicht, aber es ist dafür sehr einfach, schnell und transparent.

    Comment by marius — 2. November 2012 @ 18:25

  6. Die Anzahl solcher Portale steigen immer weiter an. Hier lohnt es sich, sich diese genau anzuschauen und zu vergleichen.

    Comment by Thomas — 8. Januar 2016 @ 12:11

  7. pháp luật 24h

    Dinge loswerden im Internet | Permanentes Provisorium

    Trackback by pháp luật 24h — 10. März 2016 @ 12:26

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