Permanentes Provisorium


20. Oktober 2011

Nachruf auf einen Wecker

Autor: marius – 20:32

Manche Dinge weiss man erst richtig zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind.

Ein einfacher Alltagsgegenstand hat mir dies kürzlich bewusst gemacht: Mein Lichtwecker, der sich vor etwa zwei Wochen ins Technik-Nirvana verabschiedet hat.

Seit ich ihn vor einigen Jahren von Birgit geschenkt bekam hat er mich jeden Morgen mit sanfter Beleuchtung und Radiogedudel aus dem Schlaf geweckt. Etwa 20 Minuten vor der eingestellten Weckzeit schaltete er seine Lampe ein, die langsam immer heller wurde und ihre volle Leuchtkraft schließlich zur Weckzeit erreichte. Zu dieser Zeit schaltete er dann auch das Radio an, und auch dies wurde langsam lauter, so dass man sanft, aber durchaus deutlich geweckt wurde.

Am Anfang war ich skeptisch, ob ich davon wirklich aufwachen würde und stellte mir noch einen zweiten Wecker. Doch schon bald vertraute ich dem leuchtenden Traumwächter meine Nachtruhe vollständig an und kam seitdem (fast) immer gut aus dem Bett.

Nun ist der Wecker kaputt – früh aufstehen muss ich aber immer noch. Ich dachte zunächst, dass das alles doch nicht so schlimm ist und habe in den letzten zwei Wochen einfach die Weckfunktion meines iPhones genutzt. Prinzipiell funktioniert das auch, aber ich werde davon einfach nicht richtig wach. Es ist einfach nicht dasselbe, plötzlich von einem klingeltonartigen Geräusch aus dem Schlaf gerissen zu werden. Ich fühle mich morgens häufiger schläfrig und unausgeschlafen – das iPhone ist einfach kein würdiger Ersatz.

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn Dinge kaputt gehen. Man wird dann mit der Frage konfrontiert, ob man dieses Ding wirklich brauchte oder ob man nicht auch ohne ganz gut klarkommt. In diesem Fall ist die Sache aber klar: Ein Lichtwecker macht das Aufstehen definitiv angenehmer – und wie wertvoll ein guter Start in den Tag ist habe ich gerade gelernt.

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