Permanentes Provisorium


22. Juni 2011

Provisorisches Gedächtnis

Autor: marius – 20:16

Eines meiner liebsten Provisorien ist ein kleiner, unscheinbarer, gelber Zettel. Das PostIt (oder allgemein: Haftnotiz) hat sich nach mehreren Experimenten mit Notizbüchern, Moleskines und digitalen Tools als das beste Mittel für mich herausgestellt, schnell einen Gedanken aufzuschreiben bevor ich ihn vergesse.

Dabei gefällt mir genau der provisorische Charakter dieser Notiz. Ich bin eigentlich ein durchweg digital organisierter Mensch. Handschriftliche Notizen haben für mich keinen dauerhaften Wert. Dafür habe ich aber z.B. noch alle E-Mails, die ich jemals bekommen habe.

Und genau weil ich so digital organisiert bin ist ein PostIt besser als ein Notizbuch: Ich versuche gar nicht erst, es irgendwie aufzuheben oder zu archivieren. Es muss nur so lange halten bis ich es vom Ort des Aufschreibens zum nächsten Computer getragen habe – wo ich die Notiz dann in eine E-Mail, einen Termin oder ein Dokument umwandele. Danach kann ich den Zettel getrost wegwerfen.

Bild: @Superamit // CC-by-nc

Category: Alltägliches,Nerdiges Tags: ,

2 Comments »

  1. 1. Ganz verstehe ich dein Vorgehen nicht. Bei jemandem, der mit seinem iphone den „nächsten Computer“, zu dem er das PostIt dann trägt, doch eigentlich stets greifbar hat, und mit dem es mehrere Möglichkeiten der kurzzeitigen Speicherung vor dem Umwandeln in die Endform gäbe: textlich, aber auch mündlich. Warum da dieser Medienbruch? – Übrigens, wenn es um das „Aufschreiben eines Gedankens“ geht, müsste eigentlich die Diktaphon-Funktion des Handys die schnellste Art sein, noch vor dem PostIt. Ich verstehe bei mir selbst nicht ganz, warum ich sie nicht nutze.
    b) Ich liebe PostIts genau wie Du, erkläre mir das aber mit dem eigenen Aufwachsen in der analog organisierten Welt. Lustigerweise hängen an meinen ArbeitsPC stets ein bis mehrere aktuelle, wechselnde PostIts, bis sie jeweils den Wert der digitalen Speicherung erreicht haben oder wegen erreichter Irrelevanz in den Papierkorb wandern. Die PostIts scheinen eine der wenigen Dinge aus der analogen Welt zu sein, die den digitalen Konkurrenten ebenbürtig sind.

    Comment by Haferklee — 23. Juni 2011 @ 16:13

  2. Das mit dem iPhone stimmt schon. Allerdings fehlt da eben die volle Tastatur. Ich kann zwar schneller tippen als mit der Hand schreiben, aber das iPhone ist eben doch noch langsamer als die Tastatur.

    Das Diktaphon mag ich deswegen nicht so, weil ich da nicht nebenbei aufzeichnen kann. Wenn ich z.B. in einer Besprechung sitze, dann kann ich problemlos nebenbei ein Postit beschreiben – aber eine Notiz einsprechen käme irgendwie seltsam.

    Comment by marius — 23. Juni 2011 @ 16:46

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